diesunddasundich

-- dies und das und ich -- (oder so ähnlich)
 

Letztes Feedback

Meta





 

Eine Wohnung muss her... oder doch ein ganzes Haus

So richtig nach Plan lief also nicht alles. Ich wollte mir, wie erwähnt, eine Mietwohnung suchen, sobald ich wieder vor Ort bin, um nicht ständig hin und her zu fahren für Besichtigungstermine und so lange übergangsweise bei meinen Eltern im Gästezimmer wohnen.

Also begann ich im September 2014 relativ entspannt mit meiner Suche. Im selben Ort sollte sie sein. 2-3 Zimmer wären super. Aber in einem Dorf sind die Möglichkeiten nun mal nicht so wie in einer Stadt. Ich suchte und suchte und suchte... Nichts...

Irgendwann begann ich auch einen Hauskauf in Erwägung zu ziehen.  Da waren dann doch die ein oder andere Immobilie dabei, aber entweder viel zu groß für zwei oder zu teuer oder aber es hat mir einfach nicht gefallen oder es wollte kein "Das ist es"-Feeling aufkommen.

Zwischenzeitlich hatte ich im Internt ein Inserat von Massa-Haus entdeckt mit einem Grundstück in unserem Ort und der Preis war auch sehr gut. Also schnell einen Termin im Musterhaus zur Beratung gemacht und an einem Samstag im November ging es hin. Mein Paps begleitete mich, er war neugierig und wollte sich das ganze auch mal anschauen. In Erfurt im Musterhaus angekommen, wurden wir von einer sehr netten Mitarbeiterin von Massa begrüßt und haben uns zuerst mal das Musterhaus angeschaut, welches in Frage kommen würde. Als wir dann zur Besprechung der Details in ihr Büro gingen, teilte sie uns mit, dass das angebotene Grundstück leider nicht mehr zur Verfügung stand. PENG, na das war ein Knall, und ich hatte mich schon so gefreut

Sie bot uns zwar alternative Grundstücke in verschiedenen Nachbarorten an, aber das wollte ich nicht. Ich wollte in meinem Heimatort bauen und wohnen und nirgendwo sonst. Ansonsten wären all die damit verbundenen Vorteile (Oma ohne Auto kann die Kleine abholen oder betreuen, wenn ich länger arbeiten muss oder sie krank ist) verloren. Sie sah schon ihre Felle davon schwimmen und erzählte uns dann, dass vermutlich sehr bald in unserem Ort ein Grundstück verkauft werden soll, sie wäre da in ersten Gesprächen. Es müssten zwar die Häuser auf dem Grundstück abgerissen werden, aber ansonsten wäre alles ganz einfach. Es gab nur noch keinen Zeitraum, in der dies alles geplant ist. Hhhhmmmm, klingt ja an sich ganz nett, aber viel zu unsicher in meinen Augen. Deshalb sagte ich ihr, dass ich das unter diesen Umständen nicht machen möchte, selbst nicht mit einem Vorvertrag, das war mir nix. 

Nach diesem Termin war ich schon ziemlich geknickt und auch irgendwie ernüchtert. Es war wirklich nicht einfach, ich hatte es mir anders vorgstellt. Aber die Devise war einfach: Nicht aufgeben!

Und siehe da, ein kleines Licht am Horizont war zu erkennen. Während meiner Recherchen ist mir immer wieder ein kleines Häuschen über den Bildschirm gewandert. Aber ich habe es nie wirklich wahrgenommen, warum auch immer. Ich erzählte jedenfalls meiner Familie davon und fragte, wo diese Haus wohl sei. Meine Oma wusste es und wir dachten uns, anschauen kostet nichts. Entweder es passt oder nicht. Gesagt, getan, den Verkäufer kontaktiert und der verwies uns an seine Eltern, für die er das Inserat eingestellt hatte. Wir verabredeten uns für eine Besichtigung. Jetzt war ich wieder ein klein wenig positiver gestimmt und freute mich schon, obwohl ich dennoch nicht mit großen Erwartungen zu dem Termin ging.

Wieder war mein Paps an meiner Seite, der auf Grund seiner jahrelangen handwerklichen Berufstätigkeit (Fliesenleger, Trockenbauer, etc.) ein professionelleres Auge auf die Sache werfen konnte. Von außen ist das Häuschen absolut unscheinbar, ein einfaches Einfamilienhaus eben. Dazu gehört ein Innenhof mit 2 alten Ställen, Werkstatt und Waschküche. Man sieht dem Haus auf den ersten Blick an, dass es schon ein paar Jahre mehr auf dem Buckel hat. Im EG gab es Kunststofffenster (ca. 10 Jahre alt), im OG und unterm Dach noch die alten Holzfenster. Ca. 90 qm Wohnfläche und dazu nochmal etwa 200 qm Hof.

Tür zum Hof auf: erster kleiner Schreck... Wow, das ist ja wirklich schon ziemlich alt, Baujahr vermutlich 1915-1920. Aber das Haus sah trotz allem noch ganz ordentlich aus. Der erste Eindruck der Bausubstanz wird sich auch noch bestätigen, alles trocken und fest. Und nun ganz mutig den Schritt ins Innere gewagt....

Der erste Gedanke war wohl "och, eigentlich ganz putzig", gefolgt von "ziemlich klein mit gewöhnungsbedürftiger Raumaufteilung". Im EG ist der Flur, eine Speisekammer, Küche und Wohnzimmer. Dazu noch der Zugang zum Keller, der sich im Flur als Bodenluke entpuppt. Hm, nicht wirklich kindersicher   Im 1. OG befindet sich ein Schlafzimmer und zwei sehr kleine Zimmer und der nicht ausgebaute Dachboden, der früher als Lagerstätte für Getreide und Stroh diente.

Wir haben uns in Ruhe umgesehen und alles auf uns wirken lassen und uns wirklich sehr nett mit den Besitzern unterhalten (das Haus gehörte vorher den verstorbenen Eltern der Ehefrau), diese kannten auch meine Familie, Dorfleben halt.

Nach etwa 45 Minuten war der Spuk vorbei und wir fuhren zu meinen Eltern nach Hause. Und nun stand die große Frage im Raum: Ist es möglich aus dem kleinen Haus ein schönes, gut nutzbares Zuhause für mich und die Kleine zu zaubern???

Mein Paps schlug vor, dass sich der Mann einer Arbeitskollegin meiner Mom das Haus mal anschaut, er war früher als Statiker tätig.  Also vereinbarten wir ein erneutes Treffen. Die Eigentümer waren beide Rentner und somit stellte dies überhaupt kein Problem dar, im Gegenteil, die beiden freuten sich wirklich, dass jemand ernsthaftes Interesse an ihrem Haus zeigte. Der Statiker begutachtete alle Räumlichkeiten und kam zu dem Schluss, dass man mit den ein oder anderen Umbauten etwas Schönes aus dem "alten Kasten" machen könnte.

Und so trafen wir uns einige Tage später nochmals zur Preisverhandlung und erstellten einen "Vorvertrag", in dem wir den Kaufpreis in Höhe von EUR 25.000,00 festhielten und zusätzlich erklärten, dass ich mich um einen Notartermin für den Kaufvertrag kümmern würde.

Bei diesem Gespräch erfuhr ich auch, dass es einen weiteren Interessenten gab, den Bruder eines ehemaligen Klassenkameraden von mir. Dieser wollte jedoch das Haus abreißen und neu bauen, aber für den Wiederaufbau mussten strenge Auflagen erfüllt werden und somit sind sie abgesprungen, Wiederum gut für mich, sonst hätte ich hart verhandeln müssen.

Alle waren glücklich und zufrieden. Ich hatte mein Haus gefunden und die Eigentümer waren beruhigt, das Haus in gute Hände abgegeben zu haben.

Jetzt konnte der Spaß erst richtig los gehen, denn an dem schmuckstück musste wirklich alles erneuert werden. Fenster, Heizung (es gab nur einen Ofen/Kamin), Elektrik und ein Bad musste her, denn bisher war nur ein Plumpsklo vorhanden und Wasser gab es nur in der Küche... Außerdem mussten wir uns Gedanken machen, wie die neue Raumaufteilung sein sollte, damit man den wenigen Platz wirklich effektiv nutzen konnte. Ihr seht, ein Berg Arbeit lag da vor uns, denn mein Paps würde einen Großteil der Arbeiten selbst machen und mir somit eine riesige Stütze sein. Ohne ihn hätte ich das Projekt gar nicht in Angriff genommen, allein finanziell wäre das nicht möglich gewesen.

Aber bevor wir wirklich anfangen konnten, hieß es, einen Architekten finden, der uns begleitete und die Finanzierung sicher stellen.

Auf geht´s...

 

Beim nächsten Mal mehr dazu,

bleibt sauber, meine Lieben.

Kussi, eure Nänz

2.12.15 15:50, kommentieren

Zurück in die Heimat!

Direkt nach der Trennung von meinem Mann stand für mich fest, dass ich wieder zurück nach Thüringen gehe. Das war immer mein Wunsch und ich wäre irgendwann definitiv gegangen, denn ich habe mich in Hessen trotz guter Freunde nie wirklich 100% wohl gefühlt. Ich dachte oft daran, dass dies vielleicht eines Tages der Trennungsgrund gewesen wäre, denn im Gegensatz zu mir stand für meinen Mann damals fest, dass er niemals zurück gehen wollte. Das habe ich eine zeitlang so hingenommen, aber nun hatten sich die Grundvoraussetzungen geändert.

Für unsere Tochter war dies natürlich eine einschneidende Wendung in ihrem jungen Leben, Abschied vom Kindergarten und ihren ersten Freunden. Vor allem aber Abschied von Papa, denn den würde sie jetzt nur noch alle zwei Wochen, an Feiertagen, im Urlaub und später in den Ferien sehen. Es war wirklich sehr schwer für sie. Sie hat viel geweint und wollte, dass "alles wieder wie früher" ist. Aber wir haben ihr erklärt, dass das leider nicht möglich ist. Es war uns wichtig, dass sie sich trotz allem sicher und geliebt fühlt und weiß, dass sie ihren Papa immer sehen oder mit ihm telefonieren kann, wenn sie das möchte. So läuft es ab, sie entscheidet, ob und wann. Wir haben uns heute auf einen zweiwöchigen Rhythmus eingependelt und es funktioniert ziemlich gut. 

Ich habe mich also auf Jobsuche begeben. Mit meinem Eltern hatte ich abgesprochen, dass ich erstmal mit der Kleinen bei den beiden einziehe und mi dann in Ruhe eine Wohnung suche. Im August 2014 war es dann soweit. Wir haben unseren Haushalt aufgeteilt, eine Liste mit allen Gegenständen erstellt, die ich mitnehme und die bei ihm bleiben und dann begann das große Packen. Beim ersten Umzug haben wir nur unsere Kleidung, meine Bücher und das ganze Spielzeug eingepackt. Den Rest wollte ich dann holen, wenn ich eine Wohnung hatte.

Das ist nun über ein Jahr her. Die Kleine ist mittlerweile einigermaßen in ihrem neuen Leben angekommen. Ich auch. Sie hat neue Freunde gefunden, was mich wirklich für sie freut, denn darüber hat sie sich anfangs große Sorgen gemacht. 

Aber nicht alles ist nach Plan verlaufen, denn auch jetzt noch wohne ich bei meinen Eltern :D dazu beim nächsten Mal mehr...

 

Bis dahin, bleibt sauber, meine Lieben...

Kussi, eure Nänz

 

20.11.15 11:35, kommentieren

Und dann kam Ben...

Etwa zur gleichen Zeit wie Adam lernte ich auch Ben (Pseud.) (29 Jahre alt) kennen... Ben... mmmhh.. wo soll ich anfangen... Ben trägt einen Vollbart, zack, gewonnen... Ich habe eine riesige Schwäche für Männer mir Bart, noch mehr als für tätowierte Männer. ( Beides in Kombination ist natürlich quasi perfekt :D )

Ben ist so alt wie ich, ebenfalls gebürtiger Thüringer und wohnt etwa 80 km entfernt von Frankfurt. Dunkelhaarig, braune Rehaugen, tolle Kusslippen und schöne Hände. Und natürlich Bartträger. Einfach wunderbar... wir haben uns über eine Social Media Seite kennengelernt, davon gab und gibt es ja zahlreiche. Ich habe eine Foto von ihm kommentiert, er hat mir geschrieben und schnell merkten wir während des Schreibens, dass wir absolut auf einer Wellenlänge waren. Er ist Waage, ich bin Zwilling, Match. Prinzipiell glaube ich nicht an Astrologie, aber manchmal passt es doch irgendwie. Wir haben eine sehr lange Zeit nur über Chat, E-Mail und WhatsApp Kontakt gehabt und ab und zu mal telefoniert. Doch irgendwann war uns klar, dass wir uns unbedingt real treffen müssen, daran führte kein Weg vorbei. Wir konnten über alles sprechen und es kam mir so vor, als ob wir uns schon ewig kennen würden. Im März trafen wir uns also zum Mittagessen im Vapiano in Frankfurt. Er kam mit seinem Motorrad (damn it, noch so ein sexy Ding ^^). Wir haben gegessen und uns auch von Angesicht zu Angesicht super verstanden, die Chemie hat mehr als gestimmt. Danach sind wir spazieren gegegangen, und als wir an einem Zuläufer zum Rhein standen, hat er mich einfach geschnappt und mit den Worten "Jetzt will ich diese Lippen aber auch küssen!" geküsst. Ohne Worte, einfach perfekt...

Da Ben nicht grad um die Ecke wohnt, haben wir uns nicht wirklich regelmäßig oder oft sehen können, in der Anfangszeit sowieso nicht. Wenn er mal beruflich in der Gegend war, haben wir einen Kaffee getrunken. Trotzdem hatten wir jeden Tag Kontakt.

Um die Geschichte mit Ben fortzuführen, muss ich ein wenig in meiner eigenen Geschichte vorgreifen, denn er war immer ein Teil davon, seit wir uns kennen gelernt haben. Ich habe mich auch mit anderen Leuten getroffen, aber mit keinem war es so wie mit ihm, so vertraut, auf eine ganz natürliche Weise. 

In dieser Zeit haben auch mein Mann und ich viel miteinander gesprochen, denn zwischen uns hatte sich alles irgendwie verändert. Wir dachten, wir würden durch dieses "Projekt" wieder mehr zueinander finden, wieder schätzen, was wir an dem anderen haben. Aber das war nicht der Fall und es beruhte auf Gegenseitigkeit. Uns war beiden klar, dass wir ehrlich darüber reden mussten.

Das taten wir im August auf dem Weg zur Hochzeit einer meiner ehemaligen Mitazubis in Kassel. Ausreichend Zeit im Auto darüber zu sprechen. Die Kleine war an diesem Wochenende bei meinen Eltern. Und so kam quasi die Stunde der Wahrheit. Die erste große Frage, die wir uns stellten, war, ob wir uns überhaupt noch lieben. So wirklich darüber nachgedacht hatten wir darüber nie. Warum auch? Wir waren doch verheiratet, hatten ein tolles Kind und waren glücklich. Oder doch nicht? Wir reflektierten, dass wir eigentlich schon seit Monaten eher nebeneinander her lebten, als miteinander. Es gab keine wirklichen Zärtlichkeiten mehr, es gab kleine Zankereien, aber keinen wirklichen Streit. Wir waren wie Bruder und Schwester geworden. Und das schon vor der "offenen Ehe". Doch das wurde uns zu diesem Zeitpunkt und in diesem Gespräch erst wirklich bewusst. Wir haben ganz sachlich darüber gesprochen.

Das Ergebnis: Wir trennen uns.

Wir sind kein Paar mehr, wir sind Freunde. Und nach wie vor Eltern. Das wird uns ein Leben lang verbinden. Ein wenig war ich sehr traurig über diese Wendung, aber auf der anderen Seite auch sehr erleichert, dass es raus war und wir ganz ehrlich darüber gesprochen hatten. Und ihm ging es genauso. 

Als wir ins Auto eingestiegen sind, waren wir ein Ehepaar. Und als wir wieder ausstiegen, waren wir plötzlich keins mehr. Ein seltsames, fremdes Gefühl. Nach über 11 gemeinsamen Jahren war es vorbei, im verflixten 7. Ehejahr :D

Die Hochzeit  meines Freundes und seiner Frau war trotzdem wunderschön und sehr lustig. Wir kamen ein paar Minuten zu spät zur Kirche und mussten uns reinschleichen Es war ein feuchtfröhlicher Abend mit viel Wodka (beide Familien stammen ursprünglich aus Polen).

Auf dem Heimweg haben wir unsere Tochter bei meinen Eltern abgeholt und ihnen gleich erzählt, dass wir uns getrennt haben. Meine Mama sagte gleich, sie dachte sich schon sowas, weil ich in letzter Zeit nicht so gut bzw. glücklich aussah. Mütter merken einfach alles (Meine Schwiegermama sagte das gleiche, als wir es seinen Eltern 3 Wochen später erzählt haben.) Meine Oma hat geweint, als ich es ihr erzählt habe. Aber sie wusste, dass es mir nun wieder besser ging und deshalb konnte sie es sehr gut verstehen.

Uns war vor allem wichtig, dass es für die Kleine in geregelten Bahnen weiterlief und das beruhigte alle, denn sie soll und wird mit Mama und Papa aufwachsen. Ohne Streit. Harmonisch, so wie es jedes Kind verdient hat, denn sie kann nichts für die Gefühle ihrer Eltern untereinander.

Sooooo... nach dem das geklärt ist, zurück zu Ben. Zu ihm sagte ich damals nach der Trennung, dass wir uns jetzt auch nicht mehr sehen sollten. Weil ich angst hatte, dass ich tiefere Gefühle für ihn entwickle (was totaler Blödsinn ist, denn die hatte ich zu dem Zeitpunkt schon längst, wollte mir das aber noch einige Zeit lang nicht eingestehen.). Und auch weil ich einfach mal Single sein wollte. Ich kannte das gar nicht. Seit meinem 16. Lebensjahr war ich nicht länger als ein paar Wochen Single. Ich wusste gar nicht, wie das ist :D Ich wollte meine Freiheit genießen... Ben verstand mich, aber er sagte, dass er den Kontakt nicht abbrechen lassen wollte. Wir sollten einfach schauen, was passiert. Er wusste, dass ich mich mit anderen traf, auch davor schon und fand das nicht weiter schlimm. Ich solle machen, was mir gut tut, sagte er. Einfach glücklich sein...

Wir trafen uns also immer mal, wenn es irgendwie gepasst hat. Und als wir uns dann irgendwann mal unterhalten haben, sagte er mir plötzlich, dass er mich liebt und dass er sich schon bei unserem ersten Treffen in mich verliebt hat. 

Tja, was soll ich sagen, wir sind heute ein Paar, mit einigen Höhen und Tiefen und zwischenzeitlicher Trennung. Aber wir sind zusammen, wieder und immer noch, weil wir ohne einander nicht können und wollen. Bei ihm fühle ich mich sicher und geborgen, er ist mein zu Hause. Ich bin angekommen... und das ist das, was mir bisher in meinem Leben gefehlt hat...

 

Bleibt sauber, meine Lieben...

Kussi, eure Nänz

19.11.15 15:58, kommentieren

Dating... oh mein Gott, kann ich sowas noch???

Verlernt man das Verabreden und Flirten, wenn man seit 10 Jahren kein Single mehr ist???

Das kommt vermutlich drauf an, welcher Typ Mensch man ist. Wenn man generell offen und direkt ist, wohl eher nicht. Jedenfalls fand ich das gar nicht so schwer, wie ich anfangs dachte. Zumal ich es im Internet gemacht habe, was einem ja generell erstmal mehr Anonymität und Rückzugsmöglichkeiten gibt als bspw. ein Supermarkt oder eine Bar/Club/Disco. Also ging es los, bei ein paar Onlineportalen angemeldet und das "Material" gecheckt

Vorher hatte ich mich schon auf der Website des Pärchenclubs um die Ecke angemeldet, weil wir dadurch Vergünstigungen und aktuelle News vor und für unseren ersten Besuch dort erhalten haben. Und über diese Seite lernte ich auch ein paar Leute kennen, einige "normale", einige aus der "SM/BDSM"-Szene, ein paar seltsame. Ein bunt gemischter Haufen, aber immer höflich und freundlich bei der Kommunikation. Je ausgefallener ihre Fetische, desto "normaler" kam mir die Person generell vor. Das hat mich schon verwundert, aber nach den letzten 2-3 Jahren wundert mich eigentlich nichts mehr wirklich. Ich habe gelernt, dass es nicht gibt, was es nicht gibt. Fetische und Vorlieben, über die ich mir vorher nie Gedanken gemacht oder die ich mir nichtmal annähernd vorstellen konnte. Und doch weiß ich nun auch, dass es für jeden Pol einen Gegenpol gibt, was diese Dinge angeht. Und zusätzlich hat sich meine bis dahin geltende Meinung noch verstärkt, dass jeder das tun sollte, was ihn glücklich macht und befriedigt, solange wie es in beiderseitigem Einvernehmen geschieht und niemand zu Schaden kommt. (In einem anderen Post werde ich mich dazu sicherlich noch ausführlicher "auslassen".)

Auf dieser Seite lernte ich auch "Adam" (Psydonym) (30 Jahre alt) kennen. Er hat mich angeschrieben, weil er mein Profil "interessant" fand :D (vermutlich wegen alleilei Dingen, die ich angekreuzt habe und ausprobieren wollte). Er war super nett und wir haben gleich einen Draht zueinander gehabt. Wir hatten viele Gemeinsamkeiten und das machte die Gespräche sehr angenehm. Nachdem wir uns 2-3 Wochen unterhalten haben und auch einmal telefoniert hatten, verabredeten wir uns zum 1. DATE. Wir wollten frühstücken gehen. Ich hatte Urlaub, die Kleine war in der Kita. Am Tag zuvor hatte es Abends angefangen zu schneien und als ich am Morgen des Dating-Tages aufwachte, war alles weiß und mit einer dicken Schneedecke bedeckt (ungewönhlich für das Rhein-Main-Gebiet). Kurz hatten wir überlegt, das Date zu verschieben, aber da wir das davor schon dreimal gemacht haben, sagten wir uns jetzt oder nie. Also ab ins Auto und in sagenhaften 60 Minuten (statt 30) in die Frankfurter City gedüst (geschlichen trifft es wohl eher). Adam stand draußen im Schnee vor dem Kaffee und sagte, er hätte fast zwei andere Frauen angesprochen, ob sie ich seien, weil er so undeguldig war. Icebreaker perfekt, wir haben herzlich gelacht, uns umarmt und sind reingegangen.

Alle Details weiß ich nicht mehr und die würden den Rahmen hier ohnehin sprengen. Aber es war ein sehr schöner, angenehmer, lustiger, teilweise unerwartet überraschender Tag. Wir haben uns nach diesem Tag noch 3 weitere Male getroffen und hatten immer viel Spaß miteinander. Irgendwann haben wir dann weniger Kontakt gehabt, weil er dann eine deste Freundin hatte und da sind Treffen solcher Art nicht mehr angebracht. Und schließlich ist der Kontakt ganz abgebrochen.

Aber, oh Wunder, vor ca. 2 Wochen hatte ich doch eine E-Mail in meinem Account und ratet von wem: Adam :D Und das nachdem wir über 1 1/2 Jahre keinen Kontakt mehr hatten. Er wollte testen, ob die Mailadresse noch funktionert is´ klar. Wir tauschten also ein paar Mails aus, und siehe da, im Gesprächsverlauf stellte sich heraus, dass er wieder Single war. Aha, daher wehte der Wind. Und so wunderte mich die Frage, wann ich denn mal wieder in der Gegend wäre und ob man sich nicht mal wieder treffen könnte, üüüüüüberhaupt nicht. Die Antwort auf diese Frage bin ich ihm nach wie vor schuldig. Ich habe weder ja noch nein gesagt, doch es wird wohl zu 99% nicht zu einem Treffen kommen, da sich die Grundvorraussetzungen dafür komplett geändert haben. Einerseits ist das schade, weil wir wirklich immer eine tolle Zeit miteinander hatten. Andererseits ist diese Phase meines Lebens vorbei und ich bin kein Single mehr...

 Die einzige Möglichkeit wäre somit ein Date zu dritt, aber ich glaube weder Adam noch mein Freund (der übrigens von meiner "Vergangenheit" mit Adam weiß und den ich zu der damaligen Zeit kennengelernt habe, aber dazu ein anderes Mal mehr) hätten daran allzu großes Interesse... Obwohl bei Adam bin ich mir da nicht zu 100% sicher... und man soll ja bekanntlich niemals nie sagen

 

Bleibt sauber,

Kussi, eure Nänz

18.11.15 12:56, kommentieren

Offene Ehe... oder: Der Anfang vom Ende...

Es muss natürlich nicht zwangsläufig so sein, aber im Prinzip hat bei uns die Entscheidung sich auch mit anderen zu treffen eindeutig gezeigt, dass etwas grundlegendes in unserer Ehe schief läuft. Oder sagen wir es mal so, wir haben uns allein mit anderen getroffen, vielleicht wäre es anders gelaufen, wenn wir immer alle zusammen gemacht hätten. Aber das kann man im Nachhinein nicht wirklich sagen. Es war ingesamt gesehen die richtige Entscheidung, denn vielleicht wären wir jetzt noch zusammen, aber dafür unglücklich... ich weiß es nicht... aber ich will nicht alles vorweg nehmen.

Wir haben ursprünglich gesagt, wir gehen zuerst mal zusammen in einen Swingerclub und danach kann jeder sich mit anderen allein treffen. Bei uns um die Ecke war sogar zufällig einer :D Wir sind schon so oft daran vorbei gefahren und hatten auch mal im Internet geschaut. Gesagt, getan, dieser sollte es also für unsere Premiere werden. Meine Freundin, die ich über alles immer auf dem laufenden hielt, bot sich an, auf die Kleine aufzupassen. Wir entschieden uns für einen Freitagabend im Februar, machten uns schick bzw. sexy und dann ging es 20 Uhr los. Wir waren beide ein wenig nervös, aber wir wurden am Eingang sehr freundlich vom Besitzer und seiner Frau empfangen und gleich in ein Separee begleitet, da wir "Neulinge" waren und mit den Neuzugängen am Anfang eine kleines Informatiinsgespräch stattfindet. Das war wirklich sehr aufschlussreich, denn so erfuhren wir auch, dass es sich bei diesem Etablissement um einen "Pärchenclub" handelte und nicht um einen klassischen Swingerclub. Heißt also, dass hier vor allem Paare zugange sind, die einfach mal aus ihrem gewohnten Umfeld raus wollen, Sex an anderen Orten haben wollen oder ihre (heimliche) Leidenschaft fürs Zusehen oder Zusehen lassen ausleben wollen. Trotzdem war es durchaus möglich, an den Aktivitäten anderer teilzuhaben oder jemanden teilhaben zu lassen. Das konnte man dann einfach mit den Leuten abklären, egal ob durch Handzeichen oder im Gespräch. Aber ganz wichtig: Ein NEIN ist immer ein NEIN und das sollte von allen akzeptiert werden und wurde es auch...

Der Abend war an sich wirlich schön. Lustig, spannend, interessant, eine Mischung verschiedener Emotionen.  Und doch ganz anders als gedacht. Für unseren ersten Besuch hatten wir uns vorgenommen, einfach nur mal zu schauen und dann zu sehen, ob sich was ergibt. 

Es ergab sich im Übrigen nichts :D aber wir sind trotzdem mit vielen Eindrücken nach Hause gefahren und dem Fazit: "Ein Pärchenclub" ist nichts für uns.

Danach ging es also ans weiter ans Eingemachte: Dating!!!

 

 

Bleibt sauber,

Kussi, eure Nänz

18.11.15 09:12, kommentieren