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-- dies und das und ich -- (oder so ähnlich)
 

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Zeit für Veränderungen!

Diese kurze Zeit im Krankenhaus, in der ich keine wirkliche Kontrolle über meinen Körper hatte, ihn quasi nicht als meinen Eigenen gesehen habe, hat mir bewusst gemacht, dass es nicht wie früher weiter gehen kann. Ich musste mehr auf mich selbst achten und nicht immer alles voranstellen, in der Hoffnung irgenwann auch mal Zeit für mich selbst zu haben.

Gesagt, getan... das traf bei mir nicht zu. Ziemlich schnell verfiel ich wieder in den alten Trott es erstmal allen anderen Recht zu machen und nicht an mich selbst zu denken. Das lag/liegt wohl einfach an meinem Naturell. Ich möchte einfach, dass sich die Leute wohl fühlen, es ihnen gut geht. Egoismus ist nicht wirklich ein Teil meiner Persönlichkeit.

Erst durch einige Gespräche mit einer meiner besten Freundinnen brachten mich immer mehr zu der Einsicht, dass es so nicht weiter gehen kann. Das ich mich selbst nicht so vernachlässigen darf. Ich musste mir die Frage stellen, was ich selbst möchte und brauche, damit es MIR gut geht und ich das wiederum auf mein Umfeld übertragen konnte.

Mit meinem Mann führte ich dahingehend auch immer mehr Gespräche, denn er merkte durchaus, dass es mir in der Situation nicht gut ging. Aber immer, wenn ich sagte, alles sein in Ordnung, dann ließ er mich in Ruhe und hakte nicht weiter nach.

Aber das sollte anders werden. Ich musste offen zugeben, dass ich unzufrieden war. Weil er mir nicht von sich aus half. Immer wartete, dass ich ihm sagte, was er machen soll, anstatt von selbst drauf zu kommen. Doch das war nur eine Seite des ganzen Problems. Seitdem Lily geboren war, waren wir nur noch Eltern, aber kein Ehepaar mehr. Wir hatten extrem selten Gelegenheit mal etwas zu zweit zu machen, was ich aber auch darauf schiebe, dass ich Lily niemand fremden anvertrauen wollte. Da hatte ich viel zu viel angst, dass etwas passieren könnte. Meine Freundin bot sich zwar auch immer gern an, aber das wollte ich nicht überstapazieren. Und unsere Familien waren zu weit weg.

Ich hatte das Gefühl, dass wir das Miteinander in der Ehe irgendwo verloren hatten. Dazu gehören immer zwei und niemals würde ich ihm allein vorwerfen, dass sich alles so entwickelt hat. Es ist passiert, wir haben nicht genug aufeinander geachtet und lebten nebeneinander her. Zu der Zeit waren wir 10 Jahre zusammen, 5 davon verheiratet. Ich war 28 Jahre alt. Und ich spürte, dass mir etwas fehlte.... was genau, konnte ich damals nicht wirklich definieren.

Wir sprachen in dieser Zeit, wie gesagt, sehr viel miteinander. Das haben wir eigentlich schon immer gemacht, aber jetzt irgendwie noch intensiver. Wie genau wir letztendlich darauf gekommen sind, weiß ich gar nicht mehr. Aber irgendwann stand die von uns beiden gefällte Entscheidung im Raum, dass wir uns auch mit anderen Leuten treffen. Wir wollten vorher darüber, reden wann und mit wem, der Rest sollte privat bei dem jeweiligen bleiben.

Wir führten also ab Dezember 2012 eine "offene Ehe"...

Nur meine engste Freundin wusste davon, denn ich brauchte in dieser Zeit jemanden "außerhalb", mit dem ich offen darüber sprechen konnte.

Eine aufregende Zeit sollte beginnen...

 

 

Bald gibt´s mehr,

bis dahin, bleibt sauber, meine Lieben.

 

Kussi,

Nänz

1 Kommentar 18.11.15 09:10, kommentieren

Plötzlich Mama... und wo bleibt der Rest von mir?

Ja, und 9 Monate und 6 Tage später bin ich plötzlich Mama und auf einmal ist alles anders 8bei Interesse kann ich gern ein paar separate Posts zur Schwangerschaft machen). Alles dreht sich nur noch um das Kind. Man lernt sich selbst von einer neuen Seite kennen. Ganz selbstverständlich wird man zum Organisationstalent und zur Löwenmutter. Von Anfang an habe ich Lily nicht in dieser furchtbaren "Gugu-Gaga"-Stimmlage angesprochen, sondern relativ "normal" (was ist schon normal??? :D). Das fand ich schon immer furchtbar und hab ich auch bei anderen Babys oder Kindern nie gemacht. Sie war wirklich ein pflegeleichtes Kind, nur das Stillen wollte anfangs nicht so klappen. Aber das haben wir dann auch in den Griff bekommen.

Alles andere habe ich Lily völlig untergeordnet, so war ich schon immer. Erst die anderen, und dann irgendwann ich. Vorher waren die Prioritäten wohl eher so: 1. mein Mann, 2. die Arbeit und dann irgendwann mal ich, wenn noch Zeit war. Und nun war es: 1. Lily, 2. Lily, 3. Lily, 4. mein Mann, 5. irgenwann wieder die Arbeit und dann ich. Natürlich weiß ich, dass ich selbst dran schuld bin, also mittlerweile weiß ich es. Ich hätte öfter nein sagen sollen, oder ein paar Sachen deligieren sollen, aber das habe ich nicht getan. Vermutlich, weil ich dachte, ich bin Superwoman und schaffe das alles problemlos. Das ging eigentlich auch ne Weile gut.

Bis 2011 um genau zu sein. Im Oktober 2011 ging dann in die Kita und ich fing wieder an zu arbeiten, was den Stresslevel doch um einiges erhöht hat. Da unsere Familien nicht in der Nähe waren, hab ich alles gemacht. Lily in die Kita, Arbeiten gehen, dann Lily wieder abholen, einkaufen, putzen, Wäsche waschen/büglen, aufräumen, zwischendrin die Kleine bespaßen. So lief es schon immer bei mir und meinem Mann. Bis dahin hatte es mich eigentlich nie wirklich gestört, dass er nur nach mehrmaligem Bitten etwas gemacht hat und dann auch eher widerwillig. Er war / ist ein prima Papa und liebt Lily abgöttisch, aber der Rest war nicht so seins. So war er schon immer und so wird er vermutlich auch immer sein Aber das muss nicht immer negativ sein.

Zurück zum Thema. 2011 die ersten Tage in der Kita, und Lily wird prompt krank. Bronchitis, aber so richtig ordentlich. und ein paar Tage später hat es mich natürlich auch erwischt. So krank wie damals war ich vorher schon Ewigkeiten nicht mehr, einschließlich Fieber. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal Fieber hatte. Also blieb ich 2-3 Tage mit Lily zu Hause. Sie war dann wieder fit, ich so halbwegs. Wieder in die Kita, und ich wieder ins Büro. Montags war noch alles gut, bissl schlapp aber ok. Da bin ich ja auch keine Lusche und zieh das durch. Dienstag hatte ich morgens auf der Autofahrt ein komisches Stechen in den Füßen, aber dabei habe ich mir nichts gedacht. Es verschwand dann auch wieder. Mittwochs kam es wieder, dieses Mal in Händen und Füßen. Hhhhmmmm, das war schon seltsam. Aber wieder habe ich es ignoriert. Donnerstag morgen wollte ich aufstehen und zur Toilette gehen, aber ich hatte so ein komisches Gefühl. Als ich versuchte aufzustehen, bemerkte ich, dass ich nicht laufen konnte. Meine Füße waren total taub und meine Hände auch!!!!!! Absoluter Horror für mich. Ich weckte meinen Mann und sagte ihm, dass da irgendwas nicht stimmen kann. Wir zogen Lily an und brachten Sie in die Kita. Anschließend machten wir uns auf den Weg zum Arzt. Mein Hausarzt hatte Urlaub und mein Mann meinte, es scheint etwas neurologisches zu sein, wenn die Füße taub sind und ich gleichzeitig immer noch diesen stechenden Schmerz in Händen und Füßen hatte. Es war total paradox, Taubheit und gleichzeitig dieses Stechen. Also erstmal ins nächste Krankenhaus nach Langen. Dort gab es keinen Neurologen und man schickte uns nach Offenbach zu einem Neurologen. Dort wollte man mir einen Termin in 2 Monaten geben. Achtung: Lachflash *hahahahahaha*, sehr witzig, bis dahin fallen mir die Hände und Füße ab, dachte ich. Als Alternative fiel uns das Krankenhaus in Darmstadt ein. Also wieder ins Auto und ab in die Klinik zur Notaufnahme. Und immer wieder denke ich dabei an dieses Stechen von 1000 Nadeln im Inneren von Hand und Fuß und gleichzeitig das Gefühl, es wären nicht meine, denn ich habe auf der Haut nichts gespürt, gar nichts, nur Taubheit...

Nach etwa 30 Minuten warten, wurden wir aufgerufen. Rauf auf die Pritsche, der Arzt guckt sich alles an. "Machen Sie mal so. Stellen Sie sich auf eine Bein. Das andere. Können Sie das? Spüren Sie dies?" usw... eine gefühlte Ewigkeit. Der Arzt wusste nicht, was mir fehlt... Nach einer Weile sagte er, wir sollen nach Hause gehen. Er könne nichts machen. Ich fragte, ob ich wenigstens etwas gegen diese starken Schmerzen haben könnte. Daraufhin bat er uns noch kurz zu warten.... Und 5 Minuten später stand er mit einem Kollegen aus der Neurologie neben uns, der grad zufällig in der Notaufnahme war. Er schaut sich also auch nochmal alles an und biegt und drückt überall rum und sagt dann, dass ich aufgenommen werde und sofort Blut genommen wird. Oha, sieh an, auf einmal passiert was. Ab in den Rollstuhl und hoch auf Station "Neuro". Ein Zimmer wird klar gemacht und ich werde hoch gebracht. Und dann heißt es erstmal warten. Mein Mann fährt nach Hause und holt mir Sachen. Nachmittags kommt der Chefarzt vorbei und klärt mich auf, dass er einen Verdacht hat, aber vorher sollen noch eine Reihe neurologischer Untersuchungen und Tests gemacht werden, und zusätzlich soll eine Liquorpunktion gemacht werden. Die Tests waren schmerzhaft und wirklich unangenehm, das einzig gute war, dass ich überall hin mit dem Rolli gefahren wurde, da ich eh nicht laufen konnte und für die Strecken im Krankenhaus vermutlich Stunden gebraucht und mich dabei noch verlaufen hätte. Freitag nachmittag war alles ausgewertet und sein Verdacht auf eine Akute inflammatorische demyelinisierende Polyneuropathie (AIDP), eine Form des Barré-Strohl-Syndroms (siehe auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Guillain-Barr%C3%A9-Syndrom ), bei die Schutzschicht um die Nerven aufgelöst wird und dieser dann quasi ständigen Reizen ausgeliefert ist, was sowohl den Schmerz als auch die Taubheit erklärt.Vermutlicher Auslöser war eine Autoimmunreaktion meines Körpers auf Grund der verschleppten Erkältung. Mittlerweile war die Taubheit bis zum Ellenbogen und den Knien aufgestiegen. Der Arzt meinte, wir warten noch etwas ab, ob die Taubheit weiter aufsteigt oder von allein zurückgeht. Also warten... warten... warten...

Freitag Abend standen auf einmal meine Eltern vor der Tür. Meine Mom hatte ich Donnerstag nachmittag schon angerufen und ihr gesagt, dass ich im Krankenhaus bin, aber dass sie sich keine Sorgen machen müssen. Lily wurde bei den Eltern meines Mannes in Thüringen einquartiert. Scheinbar hatte mein Mann zwischnzeitlich auch mit meinen Eltern telefoniert und ihnen wohl mehr erzählt und dann waren die Sorgen so groß, dass sie vorbei kamen. Nach einer Stunde habe ich sie wieder nach Hause geschickt, schließlich haben sie einen langen Fahrtweg und wirklich helfen konnten sie nicht. Am Samstag war die Taubheit auch im Bauchraum angekommen, also nicht wie erhofft zurückgegangen. Somit wurden jetzt intravenös Immunglobuline gegeben. Das Zeug hatte den Wert eines Kleinwagens, wie mir der Arzt mit einem Lächeln mitteilte o.O 3 Tage lang, 3 mal täglich. Meine Armen Venen, das Zeug ist total dickflüssig und manchmal wollten die Venen nicht mehr und es lief einfach aus meinem Zugang zurück. Zwischendurch Blut abnehmen, viel Blut wohlgemerkt. Und weitere Liquorpunktionen zur Kontrolle. Und tatsächlich, es wurde besser. Langsam konnte ich wieder meinen Körper spüren und mit viel Mühen allein zur Toilette gehen. Und immer wieder langsam spazieren gehen, um den Körper in Schwung zu bekommen. Boar, hab ich geschwitzt :D

Am Donnerstag (1 Woche nach Einlieferung) habe ich mich selbst entlassen, obwohl der Arzt nicht begeistert davon war. Aber rumliegen konnte ich auch zu Hause und wenn es wieder schlechter werden würde, könnte ich zurück ins Krankenhaus kommen. Gesagt, getan, ab nach Hause. Endlich wieder das eigene Bett. Lily blieb noch bis Samstag bei den Schwiegereltern. Und ich konnte mich ausruhen. Und so wurde es von Tag zu Tag besser. Ich war dann noch 1 Woche krank geschrieben und dann war alles wieder gut. In der Anfangszeit waren die Fingerspitzen noch taub, aber nach und nach wurde die Myelinschicht vom Körper wieder aufgebaut.

Mittlerweile ist alles wieder in Ordnung. Ein halbes Jahr später musste ich zur Nachkontrolle nochmal eine Lumbalpunktion machen lassen, aber da war alles unauffällig. Und nun ist es so, als wäre nie etwas gewesen. Nur wenn es im Winter richtig kalt ist, merke ich es nach wie vor, das kleine Stechen...

Hhmmm... naja, und als wäre nie etwas gewesen... so ganz stimmt das nicht, denn diese Zeit im Krankenhaus hat mich doch zum Nachdenken angeregt... was dabei raus kam, erzähle ich beim nächsten Mal, meine Fingern kribbeln schon vom Tippen.

 

Bis dahin, bleibt sauer, meine Lieben...

Kussi, Nänz

18.11.15 09:08, kommentieren

...woher ich komme... und wohin ich gehe...

Ich bin eine richtige Thüringerin, hier geboren und aufgewachsen.

Ich hatte nie das Bedürfnis, in die weite Welt zu ziehen. Und doch hat es mich im August 2014 außerhalb der Bundeslandgrenzen nach Hessen verschlagen, um dort eine Ausbildung zu beginnen. WOOOOWWW, werden jetzt ein paar von euch denken. Aber für mich war es durchaus eine große Umstellung. Ich bin in einem 3-Familienhaus aufgewachsen mit Eltern, Schwester, Oma, Opa, Onkel, Tante und 2 Cousinen + Hund und Katze und noch mehr Getier. Und diese Leute waren täglich um mich herum, es war laut und lustig und nie langweilig. Für mich das perfekte Familienleben. Natürlich gab es auch mal Streit und Krach, das gehört dazu, wenn so viele Menschen ständig aufeinander hängen. Aber ich liebe es so...

Und dann stand ich da plötzlich ganz allein in einem 15 qm großen WG-Zimmer, wobei WG eigentlich das falsche Wort ist, denn meine Mitbewohner habe ich sehr selten zu Gesicht bekommen.

Mit meinem Freund war ich damals grad 2 Jahre zusammen und wir haben uns generell immer nur am Wochenende gesehen (mit ein paar wenigen Ausnahmen), weil er ca. 1 Stunde mit dem Auto entfenrt gewohnt hat. Folglich war das für mich die kleinste Umstellung, weil sich nichts verändert hat.

In diesem Moment war ich das erste Mal wirklich auf mich allein gestellt. Von meinen Eltern wurde ich zwar früh zur Selbständigkeit erzogen,  aber der Mensch ist nunmal ein Gewohnheitstier. Was auch wiederum gut ist, denn nach ein paar Wochen hatte ich mich doch recht schnell daran gewöhnt, allein zu wohnen und entdeckte natürlich auch die vielen positiven Seiten daran.

2005 dann war mein Freund mit dem Studium fertig und zog ebenfalls nach Hessen und wir nahmen uns unsere erste gemeinsame Wohnung. Das war sogar relativ einfach, wir haben nicht wirklich lange gesucht. Raus aus Frankfurt und rein in das ländliche Leben. Das hat insbesondere mir gut gefallen, da ich als "Dorfkind" das Leben in der Großstadt viel zu hektisch fand.

Ihm war es egal und so war unser neuer Wohnort Rodgau-Hainhausen. Top Bahnverbindung in die City und trotzdem ruhig gelegen und nicht weit von der Autobahn weg.

Und so lief es vor sich hin. Was folgt kann man sich bei einem idyllisch aufwachsenden Mädchen ja denken, Verlobung und dann Hochzeit am 07.07.2007.

Kurz nach der Hochzeit sind wir in eine andere Wohnung nach Rodgau-Jügesheim gezogen. Eine kuschelige DG-Wohnung, in die ich mich bei der Besichtigung sofort verliebt habe... und etwas mehr als ein Jahr später war ich dann, ihr könnt es euch denken, SCHWANGER

 

tbc

 

Bleibt sauber, meine Lieben

 

Kussi,

Nänz

18.11.15 08:55, kommentieren