diesunddasundich

-- dies und das und ich -- (oder so ähnlich)
 

Letztes Feedback

Meta





 

Und dann kam Ben...

Etwa zur gleichen Zeit wie Adam lernte ich auch Ben (Pseud.) (29 Jahre alt) kennen... Ben... mmmhh.. wo soll ich anfangen... Ben trägt einen Vollbart, zack, gewonnen... Ich habe eine riesige Schwäche für Männer mir Bart, noch mehr als für tätowierte Männer. ( Beides in Kombination ist natürlich quasi perfekt :D )

Ben ist so alt wie ich, ebenfalls gebürtiger Thüringer und wohnt etwa 80 km entfernt von Frankfurt. Dunkelhaarig, braune Rehaugen, tolle Kusslippen und schöne Hände. Und natürlich Bartträger. Einfach wunderbar... wir haben uns über eine Social Media Seite kennengelernt, davon gab und gibt es ja zahlreiche. Ich habe eine Foto von ihm kommentiert, er hat mir geschrieben und schnell merkten wir während des Schreibens, dass wir absolut auf einer Wellenlänge waren. Er ist Waage, ich bin Zwilling, Match. Prinzipiell glaube ich nicht an Astrologie, aber manchmal passt es doch irgendwie. Wir haben eine sehr lange Zeit nur über Chat, E-Mail und WhatsApp Kontakt gehabt und ab und zu mal telefoniert. Doch irgendwann war uns klar, dass wir uns unbedingt real treffen müssen, daran führte kein Weg vorbei. Wir konnten über alles sprechen und es kam mir so vor, als ob wir uns schon ewig kennen würden. Im März trafen wir uns also zum Mittagessen im Vapiano in Frankfurt. Er kam mit seinem Motorrad (damn it, noch so ein sexy Ding ^^). Wir haben gegessen und uns auch von Angesicht zu Angesicht super verstanden, die Chemie hat mehr als gestimmt. Danach sind wir spazieren gegegangen, und als wir an einem Zuläufer zum Rhein standen, hat er mich einfach geschnappt und mit den Worten "Jetzt will ich diese Lippen aber auch küssen!" geküsst. Ohne Worte, einfach perfekt...

Da Ben nicht grad um die Ecke wohnt, haben wir uns nicht wirklich regelmäßig oder oft sehen können, in der Anfangszeit sowieso nicht. Wenn er mal beruflich in der Gegend war, haben wir einen Kaffee getrunken. Trotzdem hatten wir jeden Tag Kontakt.

Um die Geschichte mit Ben fortzuführen, muss ich ein wenig in meiner eigenen Geschichte vorgreifen, denn er war immer ein Teil davon, seit wir uns kennen gelernt haben. Ich habe mich auch mit anderen Leuten getroffen, aber mit keinem war es so wie mit ihm, so vertraut, auf eine ganz natürliche Weise. 

In dieser Zeit haben auch mein Mann und ich viel miteinander gesprochen, denn zwischen uns hatte sich alles irgendwie verändert. Wir dachten, wir würden durch dieses "Projekt" wieder mehr zueinander finden, wieder schätzen, was wir an dem anderen haben. Aber das war nicht der Fall und es beruhte auf Gegenseitigkeit. Uns war beiden klar, dass wir ehrlich darüber reden mussten.

Das taten wir im August auf dem Weg zur Hochzeit einer meiner ehemaligen Mitazubis in Kassel. Ausreichend Zeit im Auto darüber zu sprechen. Die Kleine war an diesem Wochenende bei meinen Eltern. Und so kam quasi die Stunde der Wahrheit. Die erste große Frage, die wir uns stellten, war, ob wir uns überhaupt noch lieben. So wirklich darüber nachgedacht hatten wir darüber nie. Warum auch? Wir waren doch verheiratet, hatten ein tolles Kind und waren glücklich. Oder doch nicht? Wir reflektierten, dass wir eigentlich schon seit Monaten eher nebeneinander her lebten, als miteinander. Es gab keine wirklichen Zärtlichkeiten mehr, es gab kleine Zankereien, aber keinen wirklichen Streit. Wir waren wie Bruder und Schwester geworden. Und das schon vor der "offenen Ehe". Doch das wurde uns zu diesem Zeitpunkt und in diesem Gespräch erst wirklich bewusst. Wir haben ganz sachlich darüber gesprochen.

Das Ergebnis: Wir trennen uns.

Wir sind kein Paar mehr, wir sind Freunde. Und nach wie vor Eltern. Das wird uns ein Leben lang verbinden. Ein wenig war ich sehr traurig über diese Wendung, aber auf der anderen Seite auch sehr erleichert, dass es raus war und wir ganz ehrlich darüber gesprochen hatten. Und ihm ging es genauso. 

Als wir ins Auto eingestiegen sind, waren wir ein Ehepaar. Und als wir wieder ausstiegen, waren wir plötzlich keins mehr. Ein seltsames, fremdes Gefühl. Nach über 11 gemeinsamen Jahren war es vorbei, im verflixten 7. Ehejahr :D

Die Hochzeit  meines Freundes und seiner Frau war trotzdem wunderschön und sehr lustig. Wir kamen ein paar Minuten zu spät zur Kirche und mussten uns reinschleichen Es war ein feuchtfröhlicher Abend mit viel Wodka (beide Familien stammen ursprünglich aus Polen).

Auf dem Heimweg haben wir unsere Tochter bei meinen Eltern abgeholt und ihnen gleich erzählt, dass wir uns getrennt haben. Meine Mama sagte gleich, sie dachte sich schon sowas, weil ich in letzter Zeit nicht so gut bzw. glücklich aussah. Mütter merken einfach alles (Meine Schwiegermama sagte das gleiche, als wir es seinen Eltern 3 Wochen später erzählt haben.) Meine Oma hat geweint, als ich es ihr erzählt habe. Aber sie wusste, dass es mir nun wieder besser ging und deshalb konnte sie es sehr gut verstehen.

Uns war vor allem wichtig, dass es für die Kleine in geregelten Bahnen weiterlief und das beruhigte alle, denn sie soll und wird mit Mama und Papa aufwachsen. Ohne Streit. Harmonisch, so wie es jedes Kind verdient hat, denn sie kann nichts für die Gefühle ihrer Eltern untereinander.

Sooooo... nach dem das geklärt ist, zurück zu Ben. Zu ihm sagte ich damals nach der Trennung, dass wir uns jetzt auch nicht mehr sehen sollten. Weil ich angst hatte, dass ich tiefere Gefühle für ihn entwickle (was totaler Blödsinn ist, denn die hatte ich zu dem Zeitpunkt schon längst, wollte mir das aber noch einige Zeit lang nicht eingestehen.). Und auch weil ich einfach mal Single sein wollte. Ich kannte das gar nicht. Seit meinem 16. Lebensjahr war ich nicht länger als ein paar Wochen Single. Ich wusste gar nicht, wie das ist :D Ich wollte meine Freiheit genießen... Ben verstand mich, aber er sagte, dass er den Kontakt nicht abbrechen lassen wollte. Wir sollten einfach schauen, was passiert. Er wusste, dass ich mich mit anderen traf, auch davor schon und fand das nicht weiter schlimm. Ich solle machen, was mir gut tut, sagte er. Einfach glücklich sein...

Wir trafen uns also immer mal, wenn es irgendwie gepasst hat. Und als wir uns dann irgendwann mal unterhalten haben, sagte er mir plötzlich, dass er mich liebt und dass er sich schon bei unserem ersten Treffen in mich verliebt hat. 

Tja, was soll ich sagen, wir sind heute ein Paar, mit einigen Höhen und Tiefen und zwischenzeitlicher Trennung. Aber wir sind zusammen, wieder und immer noch, weil wir ohne einander nicht können und wollen. Bei ihm fühle ich mich sicher und geborgen, er ist mein zu Hause. Ich bin angekommen... und das ist das, was mir bisher in meinem Leben gefehlt hat...

 

Bleibt sauber, meine Lieben...

Kussi, eure Nänz

19.11.15 15:58

Letzte Einträge: ...woher ich komme... und wohin ich gehe..., Plötzlich Mama... und wo bleibt der Rest von mir?, Zeit für Veränderungen!

bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen